Page 4 - Rabaue Magazin 2018
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Hier kann man wirklich sagen: wer hat an der
  Uhr gedreht oder wie schnell vergeht die Zeit.
  Ich erinnere mich noch, wie Kempes und ich
  zum Kapellener Schützenfest 2001 Peter Jan-
  sen auf ein Bier ins Zelt eingeladen hatten. Die
  RABAUE waren damals auf der Suche nach ei-
  nem neuen Gitarristen.

  Es wurde ein feucht-fröhlicher Abend. Und so-
  fort stand fest: wir laden Peter zum Vorspielen
  ein. Nach nur einer Probe war er mit an Bord und
  Bandmitglied. Ein wahrer Glücksgriff, denn Peter
  hatte schon reichlich Erfahrung als Begleitmusi-
  ker von Künstlern wie Andy Borg, David Copper-
  field und vielen anderen.

  Im Laufe der gemeinsamen Jahre haben wir viel
  erlebt. Ich erinnere mich an einen der ersten
  Auftritte in Eupen. Als ich ihn zu Hause abset-
  zen wollte, fehlte der Koffer mit seiner geliebten
  Gitarre. Also schnellstmöglich zurück. Und tat-
  sächlich stand der Koffer noch vorm Capitol auf
  der Straße.

  Peter hatte auch immer spezielle Ideen, was das
  Equipment betraf. So kam er zu einem Karnevals-
  auftritt im Sartory mit neuem Fußboard. Nach
  dem Auftritt weigerten sich unsere Techniker,
  diese „Tretmine“ ein weiteres Mal aufzubauen.
  Das Ding war erstens überdimensional groß und
  zweitens sehr schwer. Außerdem war es äußerst
  schwer zu bedienen; Peter ja einige Zeit daran
  gebastelt. Resultat – es wurde umgebaut und we-
  nige Tage später war ein neues Board am Start.

  Ein Erlebnis war es auch, mit unserem Jansen
  irgendwo hinzufliegen. So musste er zu einem
  TV-Auftritt eine spätere Maschine nehmen, da er
  seine Papiere vergessen hatte. Auf dem Flug nach
  Australien schaute der Kontrollbeamte am Flug-
  hafen etwas erstaunt, denn Bügeleisen und eine
  auseinandergebaute Gitarre nebst Fußschalter
  gehören nicht unbedingt ins Handgepäck. Peter
  dachte wohl, es sei den Versuch wert.

  Bewundernswert ist seine Schlafeigenschaft.
  Kaum sitzt er im Bandbus, verfällt er in Tiefschlaf
  und sei es nur für zwei Kilometer. Auf dem Flug
  nach Australien ist er in Frankfurt eingeschlafen
  und erst in Sydney wieder aufgewacht.

  Seit vielen Jahren ist unser Jansen auch in der
  Studioszene sehr beliebt, denn er kennt sich mit
  Computer- und Aufnahmetechnik bestens aus.
  Auch unser Produzent Rainer Hömig greift gerne
  auf seinen Rat zurück. Hier wird er in Zukunft in
  seinem Home-Studio weiter aufnehmen und für
  die Rabaue tätig sein.

  Ich persönlich bin ein wenig traurig, denn nach
  meinem Freund Peter Kempermann geht nun das
  zweite RABAUE-Urgestein in Rente. Unser Jansen
  ist einfach ein feiner Kerl, ein Gesicht der RA-
  BAUE und bei den Fans sehr beliebt. Leider ver-
  geht die Zeit eben viel zu schnell. Ich wünsche
  unserem Peter Jansen für die Zukunft und sein
  Rentendasein alles Liebe und Gute.

                                                    Peter van den Brock

4 MITTENDRIN
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